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Gemausert, aber nicht gerettet - Gordon Hoffmann zu Besuch beim Oberstufenzentrum Ostprignitz-Ruppin

18.01.2011 | Neuruppin

Eingeladen in seine alte Ausbildungsstätte sprach Gordon Hoffmann mit der Leiterin des OSZ Ostprignitz-Ruppin und einigen seiner früheren Lehrer. Doch nicht die schon lange vollzogene Verbesserung der Ausstattung der Schule war Hauptthema, sondern die Schwierigkeiten, die durch Politik und Verwaltungspraxis des SPD-Ministeriums in regelmäßigen Abständen auf die Schulleiter und Lehrer des Landes einprasseln.

Dabei nahmen die Direktorin Uta Jolk und ihr Stellvertreter, Studienrat Thomas Michaelis, keinerlei Blatt vor den Mund. Vor allem Veränderungen in der Landesschulbezirksordnung und damit die immer bedrohlicher werdende Zentralisierungswut aus Potsdam, führen aus Sicht der engagierten Pädagogen in Verhältnisse, die Lehrern und Schülern schaden werden. So betonten beide, dass bereits jetzt die Schulaufsicht weit hinter ihren Aufgaben hinterherhinke.

Bei einer Reform der Strukturen der Staatlichen Schulämter müsse also genau geprüft werden, damit auch künftig tragfähige Strukturen bestehen und die fachliche Unterstützung durch ortsnahe Schulaufsicht gewährleistet ist.

Zu der Vielzahl der angesprochenen Probleme wurde dann noch eine Notlage besprochen. Brandenburgische Berufsschulen müssen, trotz übergeordneter Institutionen, enorme Ressourcen aufwenden, wenn es um die Zusammensetzung einzelner Berufsschulklassen geht. Einige Tischlereibetriebe hätten sogar schon angekündigt, nicht mehr auszubilden, wenn die entsprechenden Berufsschulklassen nicht nahe ihrer Firmensitze zustande kämen.

Die Frage die Gordon Hoffmann daraus ableitete erschrak allerdings keinen der anwesenden Lehrer: "Um eine Klassenstärke entsprechend der Vorgaben der jetzigen Regierung zu erreichen, müssen Sie, rein rechnerisch, schon jetzt Tischler mit anderen Berufen gemeinsam ausbilden? Kann es dann im schlimmsten Fall Klassen aus Mechatronikern und Tischlern geben?"

Hoffmann musste sich zunächst mit folgender Antwort zufrieden geben: "Diese Frage wird zum Tagesgeschäft an unseren Schulen. Derzeit können wir uns den Luxus noch leisten, ein paar Klassen auch unter der Normstärke zu unterrichten. Das wird aber sicher nicht immer möglich bleiben."

Dass es zuletzt doch noch gute Nachrichten gab, war für Hoffmann eine Erlösung. Denn die Schulleitung kündigte an, auch dieses Jahr wieder erfolgreich am Shell Eco-Marathon teilzunehmen. Als Motorsportfan, war Hoffmann begeistert vom Aufbau des Berufsschulboliden und dem Ansatz mit praktischen Beispielen und sinnvollen Arbeitsaufträgen Unterricht zu machen, der sogar einen Mehrwert für technischen Fortschritt und Gesellschaft bedeuten kann. Hoffmann bedankte sich für die Informationen und fasste den Termin mit eigenen Worten zusammen. "Ein solches Projekt und Lehrer die es umsetzen verdient einfach Anerkennung, genau wie die Schüler Schulen in denen so etwas weiterhin ermöglicht werden kann verdienen."


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Aus der Arbeit im Brandenburger Landtag

Prignitzer Impressionen

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