06.03.2021, 14:10 Uhr | Pressebericht des Prignitzer (Von Hanno Taufenbach)

Keine Entscheidung über Impfdosen
Seit elf Tagen liegen 70 Impfdosen ungenutzt im Krankenhaus Perleberg / Klinik darf Lehrerimpfen

Politiker von München über Berlin und Potsdam fordern ein schnelleres Impfen und mehr Pragmatismus bei einzelnen Entscheidungen. Dem Gesundheitsministerium in Potsdam fehlt dieser Pragmatismus noch. Seit elf Tagen liegen 70 Impfdosen im Krankenhaus Perleberg. Wer sie bekommen soll, ist weiter unklar. Aber eine Lösung steht in Aussicht. Und: Die Klinik darf jetzt Lehrerimpfen.

Die 70 Dosen waren nach der Impfung eigener Mitarbeiter übrig, die Klinik wollte damit andere berechtigte Personen impfen. Das hatte das Gesundheitsministerium Potsdam in einer Mail, die unserer Redaktion vorliegt, untersagt. Die Klinik wird stattdessen aufgefordert, die 70 Dosen 90 Tage bis zur Zweitimpfung zu lagern. „Das war eine falsche Entscheidung“, sagt der Landtagsabgeordnete Gordon Hoffmann (CDU). Er hat sich nach unseren Berichten eingeschaltet, Gespräche in Potsdam geführt. „Die Mail war ein Fehler, das hat man eingeräumt“, sagt er. Statt zu lagern, soll der Impfstoff eventuell anderen Kliniken zur Verfügung gestellt werden, so Hoffmann. „Nicht alle hatten ausreichend Impfstoff für eigene Mitarbeiter“, erklärt er.
Das Ministerium will den Bedarf abfragen. „Dann wird entschieden, ob der Impfstoff verteilt wird oder in der Prignitz verimpft werden darf“, sagt Hoffmann. Darüber habe ihn der Impfbeauftragte Carsten Saß informiert. Hoffmann plädiert ür eine pragmatische Lösung. Anfang der Woche müssten die Antworten der Kliniken vorliegen, Klarheit über zur Verfügung stehende Impfdosen herrschen. Dann könnte entschieden werden.

Eine gute Nachricht gibt es bereits: Die Klinik darf Mitarbeiter von Grund-, Sonder- und Förderschulen impfen. Das bestätigt Geschäftsführer Karsten Krüger am Freitag. Dafür stehen in dernächsten und übernächsten Woche jeweils 100 Impfdosen zur Verfügung. (Von Hanno Taufenbach)


Quelle: www.prignitzer.de